Sieg gegen Mainz rettet Alemannia

Ein IG-Abend am 24. Februar? Das kann nur ein außerordentlicher Abend gewesen sein. Stimmt!

Der Präsident, Dr. Alfred Nachtsheim und der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Alemannia GmbH, Dr. Meino Heyen stellen sich an diesem Abend den Fragen der IG-Mitglieder.

Schwerpunkte:

  • „Die Alemannia – Situation vor der JHV“ und
  • „Paderborn und die Konsequenzen“

Um 19 Uhr ist in der Liebigstraße „volle Hütte”: Rund 60 bis 65 Mitglieder füllen den Raum. Es entwickelt sich eine zweistündige hochklassige Diskussion. In der ersten Stunde antwortet hauptsächlich Meino Heyen.

  1. Parkhausbau, Rasenplätze

    Alemannia hat das Parkhaus gebaut ohne europaweite Ausschreibung: Grund knappe Zeit aufgrund Landesbürgschaftsvorgabe etc. Gesamtkosten 12 Mio. €, die evtl. hätten niedriger sein können.Diese 12 Mio. € wurden von APAG finanziert:

    • 4 Mio. € als „Vorab-Leasing“
    • 8 Mio. € als Kredit

    Das Parkhaus ist übergeben und wird seit 1.1.11 von der APAG an die Alemannia zurück vermietet. Die jährlichen Kosten für die Miete betragen 400.000,- Euro (für 17+3 (Pokal) = 20 Spiele)

    Die Kosten für Kredit und Tilgung entsprechen ca. den Einnahmen aus dem Leasing.

    Z. Zt. werden letzte Mängel am Dach von Fa. Hellmich beseitigt.

    Die 75.000,- Zuschuss von der Städteregion für die Nutzung der Anlagen für Schulen werden in etwa die Unterhaltungskosten für die beiden Rasenplätze auf dem Dach decken.

    Es könnten ca. 100.000,- € weitere jährliche Fördergelder (DFL) generiert werden durch Nachweis der Verbesserung der Strukturen in der Jugendarbeit (Plätze, Trainer, Kooperation TH etc.). Gespräche mit RWTH laufen, aber man tut sich schwer, sich vom „Königshügel“ zu lösen.

    Die APAG kann das Parkhaus jederzeit zum jeweiligen Buchwert kaufen. Es entsteht hierdurch kein bilanzieller Schaden (Thema Überschuldung).

    Für die Finanzierung der Rasenplätze suchte man nach diversen Möglichkeiten (z.B. KFW-Kredite) gesucht, die jedoch alle nicht realisierbar waren.

    Daraufhin bot Meino Heyens Sohn seine Hilfe an, „weil es ist für die Jugend ist“. O-Ton Heyen: „Wenn aber von heute auf morgen jemand kommen würde, der sagt: „Ich mach das zu den Konditionen“, dann ist mein Sohn direkt wieder raus.“

  2. Stadion/Restmängel

    Die noch bestehenden Restmängel am Stadion werden von M.H. auf ca. 25.000,.. bis 30.000,– € beziffert. Es wurde jedoch bei der Bezahlung an Hellmich „wesentlich mehr“ zurückbehalten.

    Ende Mai ist definitiv Ende der Nutzung des „Tivoli“. Ein Rasenplatz mit Heizung fehlt dann (WF-Stadion). Hierzu fehlt bislang noch die Finanzierung.Angedacht ist hier eine weit abgespeckte Version gegenüber der früheren „2. Stadion“-Planung.

  3. NLZ

    Trotz des erfolgten Umzugs der Geschäftsstelle und aller Jugendmannschaften in das neue Stadion besteht nach wie vor Bedarf, das NLZ zu bauen, weil der Platz nicht ausreicht für alle und alles.

    Allerdings soll das NLZ künftig in abgespeckter Version gegenüber der ursprünglichen Planung errichtet werden.

    Der ursprüngliche, vertraglich fixierte Plan ist, dass Hellmich das NLZ baut und dann an die Alemannia vermietet.

    Hellmich hat mit Baumaßnahmen begonnen, ohne sich(?) über die Grundstücks-Eigentumsrechte zu informieren (Eigentümer: Stadt Aachen). Die Alemannia war und ist nicht im Besitz der Rechte am Grundstück zum Bau dieses Komplexes. Hellmich hat also zu bauen begonnen, ohne dass der „Bauherr“ – die Alemannia – im Besitz der Rechte am Grundstück war.

    Diese vertraglichen Fragen werden für die Alemannia – wie in allen anderen Bereichen auch durch das Büro „HKLW“ (Heuking, Kühn, Lüer, Wojtek) geprüft und erledigt. Es wird immer noch versucht, die Rechtsstreitigkeiten um das NLZ und die Baueinstellung seitens Hellmich außergerichtlich zu regeln, bei gerichtlicher Auseinandersetzung hat nach Aussage M. Heyen die Alemannia lt. Aussage von HKLW aber gute Erfolgsaussichten.

  4. Pokaleinnahmen, finanzielle Situation, Finanzsituation ohne Pokal

    Aussage Meino Heyen: „Durch das Mainz-Spiel und die damit verbundenen Einnahmen des Frankfurt-Spiels, schaffen wir diese Saison. Durch das Frankfurt-Spiel und die damit verbundenen Einnahmen des Bayern-Spiels können wir zuversichtlich der Lizenzvergabe (vermutlich ohne Auflagen) für die kommende Saison (2011/2012) entgegen sehen.“

    Auf die Frage aus der Runde der Anwesenden, was denn passiert wäre ohne die Pokaleinnahmen, antwortet Heyen : „Wir wären einer Insolvenz sehr nahe gekommen“. Auf die weitere Frage, dass sich dies beim Bericht der WP bei der letzten JHV doch anders angehört hätte, räumte Heyen ein, dass zwar nicht „gelogen“ wurde, man aber doch früher viele Zahlen „beschönigt“ habe.

    Durch das Verfehlen des angestrebten 8. Tabellenplatzes in der letzten Saison, sowie durch das Verfehlen der geplanten Zuschauerzahl von 21.000 in dieser Saison ist eine Liquiditätslücke von insgesamt 1,5 Mio. Euro entstanden (Platz 8 = geplant zu Platz 13 = erreicht beträgt in Bezug auf Fernsehgeld alleine 1,0 Mio. € minus).

    Dazu kommt noch eine Steuernachzahlung in Höhe von 250.000,- Euro-.

    Das Ergebnis für 2009 wird ein Minusergebnis sein, Genaues darf aufgrund einer aktuell noch laufenden Steuerprüfung und dabei erfolgender „Bewertungskorrekturen“ z. Zt. noch nicht veröffentlicht werden.

    Der Finanzplan sah für die Saison 2009/2010 das Erreichen des 8. Platzes vor, für die laufende Saison wurden 21.000 Zuschauer pro Spiel geplant. Für die kommende Saison hat man diese Zahl auf 18.500 Zuschauer korrigiert.

    Bei den 6 Mio. jährlicher Finanzlast belasten u. a. 2 Mio. Tilgung p.A. die Liquidität. Die Zinsen für die diversen Darlehen liegen zwischen 6 und 9%. Das „teuerste“ Darlehen ist das über 3,0 Mio. € von Hellmich, und zwar 9%. Dieses Darlehen ist aber gegenüber den anderen „hinten angestellt“.

    Aktuell laufen diverse Gespräche zwecks Reduzierung der Finanzlast. Die Gespräche mit potenziellen Investoren zwecks Wechsel der Eigentumsverhältnisse beim Stadion laufen ebenfalls, über den aktuellen Stand sagte Heyen: „Ihr jungen Leute seid immer zu ungeduldig, aber es sieht gut aus bezüglich einer mittel- oder langfristig zu erzielenden Lösung“.

    Alle Kostenpositionen in der GmbH wurden im letzten Jahr reduziert – mit Ausnahme der Kosten beim Stadion.

    Die Belegschaft zieht voll mit. Mit dem Geschäftsführer bestehe eine gute Zusammenarbeit, er leiste viele Dinge über das normale Arbeitsmaß hinaus.

    Von Teilnehmern darauf angesprochen, dass viele seiner Tätigkeiten doch eigentlich eher zum operativen Geschäft gehören, was man bei seinem Vorgänger als „unzulässige Einmischung“ bemängelt habe, merkte Heyen an.: Nein, das ist für mich kein operatives Geschäft, das sind alles außergewöhnliche Geschäftsvorgänge, teilweise sogar existenziell. Und da bin ich als Aufsichtsrat sehr wohl der richtige Ansprechpartner. Außerdem erbietet das auch die Höflichkeit, dass bei Gesprächen mit potentiellen Geldgebern und Vertragspartnern der Aufsichtsratsvorsitzende dabei ist.“

    Und weiter: „Außerdem ist das halt mein Naturell. Ich kann nicht nur zusehen, wenn Dinge nicht laufen, sondern dann muss ich handeln.“ Auf die Frage, ob denn zumindest die Vertragsgespräche mit Hellmich und der Stadt bezüglich der Grundstücksfrage eher Thema des GF wäre, meinte er: „Nein, das muss jemand machen, der das alles auch versteht“.

    Fazit und Zusatzdetails:

    • Mängel Stadion bewegen sich in der Größenordnung von ca. 20.000 – 30.000 €,
    • Diese werden auch von Hellmich erledigt,
    • Es besteht Bedarf nach einem weiteren, beheizten Rasenplatz – dafür gibt es derzeit KEINE Finanzierungsmöglichkeit
    • die Mehreinahmen aus den Pokalspielen retten uns über die laufenden und die nächste Saison OHNE das der zweite Teil der Bürgschaft der Stadt gezogen werden muss,
    • Mindereinahmen der letzten Saison resultierten aus der Unterschreitung des kalkulierten Zuschauerschnitts von 21.000 und durch den schlechten Tabellenplatz,
    • Unerwartete Steuernachforderung von 250.000 €,
    • Bei dem Abschluss, der auf der JHV vorgestellt werden wird, wird definitiv KEINE schwarze Null sondern ein MINUSBETRAG „erwirtschaftet“,
    • Auf Frage – JA – die Finanzierung des Stadions war zu optimistisch,
    • Auf Frage – JA – OHNE die Pokalerfolge wäre die Insolvenz sehr nahe gewesen,
    • Plan für nächste Saison: Zuschauerschnitt von 18.500 – erläuternd = das müssen wir u. a. deshalb, weil wir bei einem niedrigeren Schnitt schwer einzuhaltende Auflagen der DFL erhalten,
    • Zum Problem der 6 Mio. jährlichen Verbindlichkeiten – die aktuellen Zinsen bewegen sich zwischen 6 und 9 % – OHNE eine Senkung der 6 Mio. – wörtlich – „kracht das System irgendwann zusammen“…
    • Dritte Liga überleben wir NICHT – spätestens bei Rückzahlung der Fananleihe „…wird es ohnehin eng…“
    • Zum NLZ – Bauantrag muss noch eingereicht werden – am Montag ist ein Ortstermin mit allen Beteiligten,
    • Die Eigentumsrechte des Grundstücks liegen bei der Stadt Aachen,
    • Auf Frage: JA – es sind schwere Entscheidungen zu treffen – der AR macht auch (außerordentliches) operatives Geschäft (Begründung: „Ich möchte es verstehen!“).
    • Ein Teilnehmer des Abends hat seinen Eindruck passend mit folgender Aussage öffentlich zusammengefasst – „Herr Heyen, mir geht es nach Ihren Ausführungen schlechter als vorher“
  5. Paderborn – Diskussion mit Lutz von Hasselt und Dr. Nachtsheim

    Zuständige Behörde ist die Staatsanwaltschaft Paderborn. Diese war auch 2009 zuständig bei den Vorkommnissen PB – Union Berlin, wo insgesamt 40 Anzeigen erstattet wurden, die alle eingestellt wurden.Auch 2009 war Hr. Siebel bei den Polizeiaktionen beteiligt. Es hat mehrere Anzeigen von Aachenern direkt in PB gegeben, sowie 5 Anzeigen am nächsten Tag in Aachen.

    Es wurde eine Anzeige gegen einen Aachener Fan erstattet wg. „Beleidigung“, die aber wohl zurückgenommen werden soll. Augenzeugenbericht dazu: „Der Junge stand in der Toilette mit dem Gesicht zur Wand und wurde von einem Beamten von hinten geschubst. Ohne zu sehen, wer das war, rief er: „Welcher A***h war das?“, woraufhin er sofort massiv von 6 Beamten traktiert wurde.

    Mehrfach wird im Diskussionsverlauf angeregt, doch die Anzeige unmittelbar beim Innenministerium zu erstatten mit Hinweis auf ähnliche Vorgänge an gleicher Stelle in der Vergangenheit. Dort sei eher „Neutralität“ zu erwarten. Diese Idee wird von Dr. Nachtsheim abgelehnt, man wolle lieber zunächst „Schritt für Schritt“ vorgehen und „ruhig agieren“.

    Die IG wird selbst zeitnah eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen. Das Gleiche sollten nach diesem Vorbild auch weitere Alemannia-Fans machen, die die Geschehnisse verfolgt haben.

    Das Ordnungspersonal in PB hat nach Aussage eines anwesenden Aachener Ordners selbst einen Bericht zu den Vorkommnissen angefertigt, der die Aussagen der Aachener unterstützt. Auch die Aachener Ordner haben einen solchen Bericht geschrieben. Die szenekundigen Landespolizeibeamten und auch die Bundespolizisten haben ebenfalls jeweils unterstützende Berichte geschrieben, die Leiterin des Fanprojektes bestätigte diese Info, ohne Details nennen zu dürfen.

    Ein Beweissicherungsverfahren (Kameraaufzeichnungen der Polizei) kann man derzeit nicht einleiten lassen, da Strafanzeigen gestellt wurden und somit alle Beweismittel in den Händen der Staatsanwaltschaft sind.

    Fazit und Zusatzdetails:

    • es haben sich 15 – 20 (brauchbare) Zeugen gemeldet,
    • viele Fotos, aber leider fast alle erst „hinterher“ geschossen,
    • diverse Strafanzeigen gestellt,
    • Dr. Nachtsheim: NEIN wir haben uns noch nicht an das Innenministerium NRW gewandt – wir haben Samstag AR-Sitzung – das braucht Zeit und Beratung,
    • der Einsatzleiter der Polizei war der gleiche wie beim Spiel von Union Berlin wo nahezu identische Abläufe waren,
    • ALLE 40 Anzeigen von Union Anhängern wurden damals eingestellt,
    • Auf Frage – die Fan-IG wird eine Dienstaufsichtsbeschwerde stellen, dazu wurde Kontakt mit Amnesty International aufgenommen,
    • Auf Frage – sachbearbeitende Staatsanwaltschaft ist die StA Paderborn
Kommentare: 3 Kommentare

3 Kommentare zu “Sieg gegen Mainz rettet Alemannia”

  1. […] man sich von Sponsoren Geld vorschießen ließ. Wenn es mal eng wird ja auch nicht falsch aber nach Dr. Meino Heyens Aussagen beim außerordentlichen Abend der FAN-IG hat uns für die aktuelle Saison der Pokal die Lizenz […]

  2. […] gerade er und seine “jungen Wilden” der Alemannia (und somit uns allen Alemanniafans) den Arsch gerettet? Zwei grandiose Spiele ließen die kaufmännische Abteilung wohl seit sehr langer Zeit mal wieder […]

  3. […] Kraemer stand zunehmend in der Kritik und Heyen äußerte auf einem Fanabend der FAN-IG am 24.02.2011, man wäre ohne die Pokalspiele gegen Mainz, Frankfurt und den FC Bayern (Saison 2010/2011) einer Insolvenz sehr nahe gekommen. (http://www.ig-alemanniafans.de/wp/2011/03/sieg-gegen-mainz-rettet-alemannia/) […]

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