Protokoll des IG-Treffens vom 11.9. – Besuch von Alemannia-Geschäftsführer Alexander Mronz

Am 11. September besuchte Alemannia-Geschäftsführer Alexander Mronz bereits zum zweiten Mal in seiner halbjährigen Amtszeit ein IG-Treffen. Etwas mehr als zwanzig Fans waren in das Werner-Fuchs-Haus gekommen, um den Ausführungen zu folgen und eigene Fragen zu stellen. Doch zunächst nutzte IG-Sprecher André Bräkling die Gelegenheit für einige Hinweise in eigener Sache:

  1. Die ursprünglich für diesen Abend geplante Präsentation des Fanprojektes wurde, nachdem Herr Mronz seinen Besuch angeboten hat, in Rücksprache mit dem Fanprojekt auf das Oktober-Treffen am 9.10. verschoben.
  2. Unabhängig von den IG-Treffen plant der Vorstand derzeit eine zusätzliche Veranstaltungsreihe z.B. mit Spielern oder sportlich Verantwortlichen. Details werden bekanntgegeben, sobald der erste Termin vereinbart wurde.
  3. Wie bereits vor einigen Monaten bekanntgegeben wurde, soll das Weihnachtssingen in diesem Jahr am 21.12. wiederholt werden. Da für die Neuauflage deutlich größer geplant wird, sind auch höhere Kosten zu erwarten. Um Eintrittsgelder zu verhindern, werden daher noch dringend Sponsoren gesucht. Interessenten können sich gerne bei der Fan-IG melden.
  4. Das angekündigte Vorhaben einer Ausstellung über die Alemannia in der Zeit des Nationalsozialismus stieß auf großes Interesse. Fans, Fanclubs und interessierteHistoriker haben angeboten, das Projekt aktiv oder zumindest beratend zu unterstützen. Damit ist eine Grundlage gegeben, das Thema sachlich und mit der nötigenSeriosität aufzubereiten, und es dabei allgemein interessant zu halten. Zusätzlich werden gerade noch Fördermöglichkeiten für das Projekt geprüft.
  5. Bereits im vergangenen Monat hat der amtierende Vorstand erklärt, zumindest nicht vollständig weiterzumachen. Anschließend sind leider einige Gerüchte in Umlauf geraten, denen hiermit klar widersprochen werden soll:
    1. Der amtierende Vorstand „schmeißt“ nicht hin. Im ersten Quartal 2015 endet die Amtszeit und es finden turnusmäßig Neuwahlen statt. Die frühe Ankündigung dient lediglich dazu, rechtzeitig mögliche Kandidaten zu finden.
    2. Genauso wenig ist der amtierende Vorstand zerstritten. Vielmehr trifft das Gegenteil zu, ansonsten hätte man z.B. nicht wenige Tage zuvor auf eigene Kosten einen gemeinsamen Wochenendausflug nach Hamburg unternommen.
    3. Auch von einer Auflösung der IG kann nicht die Rede sein. Nach wie vor sind die Mitgliederzahlen in der Summe steigend, womit die IG der größte unabhängige Zusammenschluss von Fans ist und bleibt. Nichtsdestotrotz möchte man in den kommenden Wochen und Monaten auch die Aktivitäten in Sachen Mitgliederwerbung erhöhen.

    Auf dem IG-Treffen am 13.11. sollen die Neuwahlen in größerer Runde thematisiert werden. Aber bereits jetzt sind Interessenten an einer Mitarbeit im zukünftigen Vorstand eingeladen, Kontakt zu uns aufzunehmen und gerne auch schon einmal ganz unverbindlich in die Vorstandsarbeit hinein zu schnuppern.

Nun war endlich Zeit, sich mit Alexander Mronz dem Gast des Abends zu widmen. André bat ihn zunächst, aus seiner Sicht zu erläutern, was sich in den letzten Monaten bei der Alemannia getan habe. Anschließend sollte es dann die Gelegenheit geben, verschiedene Themen, die den Fans auf den Herzen liegen, anzusprechen. Es folgte eine fast dreistündige Versammlung, auf der nicht nur informiert sondern auch lebhaft miteinander diskutiert wurde. Dabei blieb die Versammlung jederzeit sachlich und fair. Um den Abend für den Leser im folgenden nachvollziehbar zusammenfassen zu können, verzichten wir im folgenden auf eine chronologische Darstellung und fassen das Gesagte thematisch zusammen:

Aufarbeitung Insolvenz

Die Insolvenz lässt die Alemannia auch jetzt noch nicht ganz los. Über die gegründete Zweckgesellschaft, die eine hundertprozentige Tochter der Alemannia Aachen GmbH ist, sollen Ansprüche der Alemannia geltend gemacht werden, was auch der Alemannia selbst zugutekommen soll. Prozesse werden jedoch nur angestrebt, wenn die Erfolgswahrscheinlichkeit angemessen hoch erscheint. Aktuell laufen 11 Verfahren. Genauere Details wird es mit dem Jahresabschluss der Zweckgesellschaft geben (Geschäftsjahr ist hier das Kalenderjahr), wodurch die Zweckgesellschaft transparent werde.

Über den vom früheren Geschäftsführer Frithjof Kraemer geführten Prozess auf Wiedereinstellung gegen die Alemannia ist Alexander Mronz nicht informiert. Verwaltungsrat Maximilian Baur informiert kurz darüber, dass das Verfahren schriftlich fortgesetzt werden sollte.

Die Übernahme des Stadions durch die Stadt soll wie zuletzt geplant zum Jahreswechsel erfolgen. Alle Stadionmängel werden zur Zeit aufgearbeitet, entsprechende Ansprüche sollen gestellt werden. Dies wird dann im weiteren Verlauf Aufgabe der Stadt sein. Zusätzliche Gelder sind hier nicht zu erwarten, da gewährte Ansprüche letztlich wieder nur der Instandhaltung des Stadions (bzw. Mängelbeseitigung am Stadion) zufließen.

Das Public Viewing war ein voller Erfolg. Dazu war es auch möglich, über die Stadt zusätzliche Veranstaltungstage genehmigt zu bekommen, was ja eines der Ziele der Veranstaltung war. Darüber hinaus gab es viele Veränderung, z.B. die Einführung eines neuen Sicherheitsdienstes.

Als wichtigen Schritt und Erfolg verweist der Geschäftsführer darauf, dass man zuletzt wieder nur über den Sport spreche. Dies sei ein Zeichen dafür, dass man auch langsam in den normalen Alltag zurückkehre. Letztlich müsse dies das gemeinsam erklärte Ziel sein: Wieder den Sport und keine Nebenkriegsschauplätze in den Vordergrund zu stellen.

Schubert und Plaßhenrich haben gerade auch im Hinblick auf das gegangene Risiko ein tolles Team zusammengestellt. Dies wirkt sich dann auch entsprechend auf den Gesamterfolg aus: 40% mehr Sponsoren sorgen für höhere Einnahmen und auch der Zuschauerschnitt liegt derzeit über den kalkulierten 6.200 Zuschauern.

Finanzstatus

Auf die Frage, wie sich denn der aktuell gute Zuschauerschnitt auswirkt, bzw. mit welchen Einnahmen man denn je Zuschauer kalkuliere, war keine konkrete Antwort zu erhalten. Der mit 6.200 Zuschauern etwas höher kalkulierte Schnitt als im Vorjahr stehe aber einem geringeren Betrag gegenüber, da man ja z.B. auch die erhöhte Altersgrenze für freien Eintritt berücksichtigen müsse. Um aber einen gemittelten „Gegenwert“ je Zuschauer benennen zu können, gäbe es zu viele Faktoren, die eine solche Rechnung wenig sinnvoll machen.

Die zuletzt kommunizierte Deckungslücke von 500.000 Euro, die die Prognose bis Saisonende darstellt, wenn der Betrieb unverändert fortgeführt werde, sei keine neue Hiobsbotschaft, sondern einfach die Konsequenz daraus, dass der Umbau und die Neuausrichtung nach der Insolvenz noch längst nicht abgeschlossen sind. Immerhin seien die Vorzeichen gut. Zwar habe man nach Erreichen der Garantiesumme nun zunächst Sponsoren zugunsten von Infront akquiriert, habe nun aber den Punkt erreicht, wo sich das Verhältnis wieder zugunsten der Alemannia umgekehrt, sprich: neue Sponsoren laufen nun wieder überwiegend zugunsten der Alemannia.

Öffentlichkeitsarbeit

Im Zusammenhang mit dieser Deckungslücke, die nur wenige Tage zuvor über den WDR kommuniziert wurde, wünschen sich die Fans eine bessere Öffentlichkeitsarbeit der Alemannia. Es wird darauf hingewiesen, dass man nach der gerade überstandenen Insolvenz sehr empfindlich auf solche Meldungen reagiere. Folglich wird die Alemannia dringend darum gebeten, solche Zahlen, so sie denn in die Medien gelangen, zeitnah auf der Webseite zu erläutern, damit den Fans die Vorgänge besser verständlich sind.

Alexander Mronz weist darauf hin, dass solche Zahlen zuletzt eigentlich nicht in der Presse zu finden seien. Es habe nur einmal einen Fall gegeben, als Herr Hammer mutmaßlich unüberlegt eine Zahl gegenüber einem Pressevertreter ausgesprochen habe, was aber intern geklärt worden sei und nicht mehr vorkommen soll. Die nun von Mronz selbst kommunizierte Zahl von 500.000 Euro sei bewusst genannt und auch gegenüber dem WDR erklärt worden – immerhin wolle man in solchen Angelegenheiten auch nicht schönreden.

So sehr einerseits der Wunsch der Fans nachvollziehbar ist, dass solche Meldungen immer mit entsprechenden Erläuterungen begleitet werden sollen, wird andererseits auch darauf hingewiesen, dass es nicht sinnvoll ist, jede Medienmeldungen immer direkt zu kommentieren, da so Themen auch unnötig aufgebauscht werden könnten bzw. die Reaktion auch gerne wiederum als Beleg dafür gesehen werden, dass doch „was Wahres dran sei“. Hier muss also immer sehr vorsichtig ein Mittelweg gefunden werden.

Grundsätzlich wird seitens der Fans auch darum gebeten, Meldungen in anderen Bereichen stärker herausstellen. Dies können genauso Erfolgsmeldungen zu Sponsoren oder schlicht zur erhaltenen Lizenz sein wie auch Informationen über die Aktivitäten der Alemannia gegen Personen, die dem Verein Schaden zufügen (z.B. in Form von Mitteilungen über Stadionverbote oder den allgemeinen Umgang mit Vorfällen wie in Wuppertal). Hier muss aber auch festgestellt werden, dass letzteres erst kürzlich in einem Artikel in der Lokalpresse thematisiert wurde.

Arbeit zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat

Hier gibt es offenbar eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur Zeit vor der Insolvenz. So finden wöchentliche Treffen statt, bei denen Monatspläne besprochen werden, die Situation analysiert wird und auch wirklich kontrolliert wird – z.B. erst kürzlich durch die Vorlage von Kontoauszügen. Es soll nicht mehr vorkommen, dass wie damals der Überblick nicht mehr behalten werden kann.

Gesicht der Alemannia

Angesprochen wird von den Fans auch, dass die Alemannia ein Gesicht bräuchte. Ähnlich wie ein Herr Watzke in Dortmund fehle es auch der Alemannia nun schon seit längerer Zeit an einer Person, die man quasi als Verkörperung der Alemannia wahrnehmen könne. Nur wer könne oder müsse eine solche Rolle einnehmen? Ist dies Aufgabe des Geschäftsführers? Oder sollte man hier einen Thomas Deutz platzieren, der letztlich als die sportliche Kompetenz im Aufsichtsrat auftrete? Aus der Runde wird schließlich darauf verwiesen, dass ein solches Gesicht nicht zwingend nötig sei, aber wenn unbedingt aus dem Sport kommen solle. Sprich: Sollte sich aktuell ein solches „Gesicht“ herauskristallisieren, könne dies derzeit nur Schubert als sportlich Verantwortlicher sein.

Herr Mronz weist in diesem Thema stattdessen darauf hin, dass man sich lieber mit der Gesamtwahrnehmung der Alemannia befassen müsse. Diese Trennung aus GmbH und e.V. sollte natürlich strukturell sauber sein (z.B. in Hinblick auf Gelder), müsse aber zwingend aus den Köpfen heraus, auch wenn sie nun über viele Jahre aus verschiedenen Gründen gewachsen sei. Die Alemannia muss endlich wieder als Ganzes wahrgenommen werden. Von den Fans kam hierzu auch ein Vorschlag: statt immer vom Verein oder der GmbH zu sprechen, bietet sich doch einfach der Begriff Klub an… denn immerhin nenne man sich selbst doch selbstironisch Klömpchensklub.

Unterstützung durch Fans

Abschließend wird nochmals das Thema ehrenamtliche Unterstützung durch Fans angesprochen. Konkret geht es vor allen Dingen um den sogenannten Fan-Fanshop, der aufgegeben wurde, da man keine Unterstützung oder gar Akzeptanz des Vorhabens in der neuen Geschäftsführung gespürt habe. Der Geschäftsführer macht darauf aufmerksam, dass eine IG und allgemein das ehrenamtliche Engagement aus den Reihen der Fans unheimlich wichtig sei, und dass er so etwas nie untersagt habe.

Es wird erklärt, dass man solche Dinge nicht direkt untersagen müsse, sondern dass eine mangelnde Unterstützung für solche Projekte, z.B. wenn keine Artikel für einen solchen Shop zur Verfügung stünden, schon ausreiche, um deren Fortführung nicht möglich zu machen.

Von beteiligten Fans wird hierzu auch darauf aufmerksam gemacht, dass man den KBU-Verkauf im Fantreff als sehr unglücklich empfinde. So hätten Fans, die zuvor regelmäßig beim Fan-Fanshop Artikel zugunsten der Alemannia gekauft hatten, sich nun an den KBU-Stand gewendet hätten – teils sogar in dem Glauben, es handele sich dabei um die Fortführung des Fan-Fanshops. Zudem fand man es befremdlich, wenn sich nun sogar Personen in teils eindeutigen Kleidungsstücken (z.B. mit der Aufschrift Blitzkrieg) dort mit „Stadionverbotler haltet durch“-Shirts eindecken würden. Dies könne ja auch nicht im Sinne des von der Alemannia nun mit der KBU gemeinsam eingeschlagenen Wegs sein.

Alexander Mronz erklärt daraufhin, es sei lediglich die Ausgabe von Choreo-Artikeln bzw. die Sammlung für Choreos genehmigt worden. Von einem kompletten Verkaufsstand sei nie die Rede gewesen, denn einen solchen dürfe im Stadion nur die Alemannia selbst betreiben. Im übrigen habe er, als er sich selbst an der Süd aufgehalten habe, um z.B. persönlich die Einhaltung der Absprachen über nun wieder erlaubte Fahnen zu überprüfen, von einem solchen Verkaufsstand in diesem Umfang nichts wahrgenommen. Letztlich werde man dies aber nochmals überprüfen.

Nun wurde nochmals angesprochen, dass Herr Mronz bei seiner letzten Teilnahme am IG-Treffen gesagt habe, der Fanshop sei defizitär. Hier griff der IG-Sprecher kurz korrigierend ein: Zumindest beim IG-Treffen habe Herr Mronz diese Wertung ausdrücklich unter dem Gesichtspunkt abgegeben, dass die zukünftig zu erwartende Miete für den Shop in der jetzigen Größe für eine langfristige Beurteilung einkalkuliert werden müsse.

Dies ändert aber natürlich nichts daran, dass die Fans sich Gedanken darüber machen, wie es denn nun mit dem Fanshop weitergehe. Der Geschäftsführer erklärt dazu die Pläne, den Shop zukünftig im Bereich des jetzigen Presseraumes unterzubringen. Seitens der Fans werden hierzu Bedenken geäußert, wie der Shop denn dann am Spieltag zu erreichen sei, zumal es den Fan-Fanshop nicht mehr gebe. Dazu erläutert er, dass man natürlich auch im Stadion eine Verkaufsstelle betreiben wird.

Es folgte nochmal die weitere Diskussion über ehrenamtliche Helfer und insbesondere deren Wertschätzung. Hier sind weiterhin dringend Verbesserung notwendig, wobei es nicht um Geschenke á la Eintrittskarten oder Verzehrgutscheine gehe, sondern beispielsweise um ein gelegentliches Dankeschön.

Speziell in Bezug auf die sogenannte Traditionsretter-Gruppe müsse noch viel geschehen, damit diese bereit wäre, ihre Arbeit wieder aufzunehmen – aber auch die IG spürt einen deutlichen Rückgang bei der Bereitschaft von Freiwilligen, sich für die Alemannia einzubringen. Es wird daher auch angeregt, zukünftig von Alemannia und IG gemeinsam um Unterstützung zu werben.

Da die Diskussion über Helfer, den Umgang, diverse Unterstützungsangebote aus Fanreihen etc. oft tiefer in Details abdrifteten, einigte man sich darauf, nach der Veranstaltungen nochmal in kleinerer Gruppe weiterzusprechen, was man anschließend auch tat. Immerhin konnte auch ein kleiner Erfolg verbucht werden: Zum Fan, der ehrenamtlich bereits während der Insolvenz eine App für die Alemannia entwickelt hatte, wurde schon seitens Herr Mronz Kontakt aufgenommen, nachdem ihn diese Anfrage zuvor nicht erreicht habe.

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