Protokoll des IG-Treffens vom 15. Januar – Rück- und Ausblick mit den Gremien

Am 15. Januar kamen 25 interessierte Fans ins Werner-Fuchs-Haus, um einen Rück- aber auch Ausblick mit Vertretern der Alemannia-Gremien zu wagen, die nun seit nicht ganz einem Jahr im Amt sind. Das Präsidium wurde durch Präsident Heinz Maubach vertreten, für den Verwaltungsrat waren Robert Moonen und Maximilian Baur erschienen. Mit Horst Filbrich befand sich ein weiteres Mitglied des Verwaltungsrates im Publikum.
Schatzmeister Horst Reimig ließ sich entschuldigen, da er einen Tag vor seinem Urlaubsantritt noch mit den Jahresbeiträgen des TSV befasst war. Dr. Christian Steinborn, Vorsitzender des Aufsichtsrates, schaffte es leider wie befürchtet nicht rechtzeitig aus einem beruflichen Termin.

Dennoch gab es natürlich genügend Diskussionsstoff, zunächst wagte IG-Sprecher André Bräkling aber noch einen Rück- und Ausblick in eigener Sache. So verwies er nochmal auf das gelungene Weihnachtssingen mit 12.000 Besuchern und auf die großartige Benefiz-Karnevalssitzung am Vorwochenende, die trotz fehlender (bzw. nur minimaler) Bewerbung durch die Alemannia 120 Alemannen nach Horbach lockte und bestens unterhielt. Allen Organisatoren und Unterstützern wurde nochmals ein ausdrücklicher Dank ausgesprochen.

Auch 2015 soll es wieder ein Weihnachtssingen geben, erste Vorplanungen laufen bereits. Einwände gegen eine dritte Auflage der Veranstaltung gab es in der Runde nicht. Zusätzlich, so kann André berichten, soll das Thema Fan-News im Tivoli Echo jetzt abschließend geklärt sein. Darauf folgt der Vorschlag, dies doch direkt für einen Nachbericht zur Karnevalssitzung zu nutzen, was gerne getan wird.

Weiter werden Kandidaten für den kommenden Vorstand der Fan-IG gesucht. Im Februar soll es dazu auch nochmal eine eigene Veranstaltung geben, im März steht dann die Jahreshauptversammlung der IG bevor.

Nun aber sollte Alemannia-Präsident Heinz Maubach die Gelegenheit erhalten, einen Rückblick auf die ersten Monate im Amt zu geben. Zunächst verwies er darauf, dass das gesamte Team, obwohl man sich ja bereits frühzeitig eingebracht habe, dann doch von der Dimension der Aufgabe überrumpelt wurde. Dabei ginge es ausdrücklich nicht um den grundsätzlichen Arbeitsaufwand, sondern vielmehr darum, wie groß die notwendige „Reparaturarbeit“ in Bezug auf die Insolvenz noch war. Er betont, dass der Insolvenzverwalter herausragende Arbeit geleistet habe – immerhin sei es keine Selbstverständlichkeit ein Verfahren dieser Größenordnung so schnell erfolgreich abzuschließen – doch sei es eben dieser Geschwindigkeit geschuldet, dass die Sanierung nicht vollends abgeschlossen und die Zahlen nicht wirklich aussagekräftig waren. Die Folge daraus war dann, dass die Gremienmitglieder auch der Kontrollgremien stark im operativen Geschäft unterstützen mussten, was für viele eine enorme Belastung neben dem jeweiligen beruflichen Alltag ist.

Dennoch ist man froh, dass man diese Situation nicht zuletzt dank der großartigen sportlichen Situation und dem daraus resultierenden Geldsegen aus dem Essen-Spiel bewältigen konnte, und erhofft sich nun, nach und nach zu einem Alltagsgeschäft mit sauberer Aufgabenverteilung übergehen und sich auch bisher liegengebliebenen Themen widmen zu können. Speziell Präsident Heinz Maubach würde auch endlich gerne dem Verein mit seinen Abteilungen stärker gerecht werden, da bisher natürlich alles irgendwie doch wieder dem Fußball untergeordnet war.

Robert Moonen fügt hinzu, dass er sich besonders darüber freut, dass in den neuen Gremien sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet wird. Gerade das nicht mehr regelmäßig Interna nach außen dringen, sieht er als klaren Beleg dafür, dass es untereinander funktioniert. Für ihn war dies auch eine der wichtigsten Voraussetzungen gewesen, um überhaupt für den Verwaltungsrat zu kandidieren.

Max Baur bestätigte diese bisherigen Eindrücke und bestätige auf Nachfrage aus dem Publikum, dass auch die notwendigen Berichte, die die Kontrollgremien benötigen, regelmäßig und vollständig vorliegen und man auch sonst alle nötigen angeforderten Informationen erhalte. Gleiches gilt für Einladungen zu den Aufsichtsratssitzungen. Durch die kleinen Meldungen aus dem Verwaltungsrat, die immer wieder online auf der Webseite veröffentlich werden, möchte man zudem den Mitgliedern das Signal geben, dass das Gremium wirklich aktiv ist, auch wenn man selbstverständlich nicht ins Detail gehen könne. Aus dem Publikum werden diese Meldungen ausdrücklich begrüßt, ähnliche Veröffentlichungen werden sich auch (gerne in der gleichen kurzen Form) von den anderen Gremien gewünscht.

Besonderes Lob hatten die Gremienvertreter für den Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Christian Steinborn und den Verwaltungsratsvorsitzenden Dr. Martin Fröhlich übrig. Beide würden ihre jeweiligen Gremien mit der notwendigen Sachlichkeit leiten und hätten vor allen Dingen auch ein Ohr für an sie von außerhalb der Gremien herangetragene Angelegenheiten. Max betont dazu auch nochmal, dass es ein großer Erfolg sei, dass nicht nur ein Mitgliedervertreter zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates gewählt wurde, sondern dass dieser über die Gremien hinweg auch große Anerkennung genieße. Ein weiteres Lob gab es für Schatzmeister Horst Reimig, der auch seine bisherigen Kritiker davon überzeugen konnte, dass er auf dieser Position ein großer Gewinn für die Alemannia sei.

Doch bei aller Einmütigkeit und Harmonie durften auch kritische Töne nicht fehlen. IG-Sprecher André merkte an, dass es zwar ein großer Erfolg gewesen sei, dass das JHV-Protokoll mit Mitgliedern diskutiert und deren Anmerkungen nachträglich zum Protokoll veröffentlicht wurden, aber dass dieser Prozess eben auch viel zu lange gedauert habe. Gleiches gelte z.B. auch für die Einsetzung der Aufarbeitungskommission* und andere aus Mitgliedersicht wichtige Themen. Hier verwies Heinz Maubach nochmals auf die Vielzahl zusätzlicher Aufgaben, die in den letzten Monaten zu bewältigen gewesen seien. Natürlich erhoffe man sich auch selbst, dass man den Dialog weiter verbessern kann, gerade auch um endlich davon wegzukommen, dass die Gremienvertreter als „die da oben“, die mit den Mitgliedern nichts zu tun haben (wollen), gelten.

Hierzu wird nochmals auf die vergangene ordentliche JHV hingewiesen. So sehr man sich im Vorfeld um Einigkeit und gegenseitige Wertschätzung bemühte, z.B. bei der gemeinsamen Kandidatenvorstellung im Presseraum, so sehr war man von Mitgliederseite enttäuscht, dass Wolfgang „Tim“ Hammer dann bei der JHV selbst vor der Kandidatenvorstellung zum Aufsichtsrat darauf verwies, dass ihr Team nur geschlossen antreten wolle – ein klares „Foul“ gegenüber dem Mitgliederkandidaten Dirk Habets. Von der ursprünglich erwähnten Vergrößerung des Aufsichtsrates durch Kooptierung oder ähnliche Überlegungen, um alle Kandidaten aktiv einbinden zu können, war später keine Rede mehr. Dass das eigene Team geschlossen gewählt werden sollte, hielt man durchaus für wichtig und richtig, so die Antwort, aber man räume auch ein, dass diese Art und Weise nicht richtig gewesen wäre. Im Zusammenhang mit dieser JHV waren viele Fehler gemacht worden, teils auch einfach aus Unüberlegtheit, aber diese sollen abgestellt werden. Bezüglich der Kandidatengruppe wird seitens des Publikums aber noch angemerkt, dass es zwar durchaus sinnvoll sein mag, Sponsoren in die Gremien einzubinden, und dass man in diesem Fall sicher auch gute Leute für die Alemannia gewinnen konnte, aber dass Sponsorenverträge auch einmal enden könnten und es dann durchaus zu Konflikten kommen könne.

Die vergangene (ordentliche) JHV war aber ein wichtiges Stichwort. So wurde sich noch nach den ausstehenden Ordnungen erkundigt, die sich nun in Arbeit befinden bzw. weitgehend fertiggestellt seien. Vor der nächsten JHV sollen sie auch veröffentlicht werden, so dass sich jedes Mitglied mit den Ordnungen befassen kann, bevor sie dann auf der JHV eingeführt werden sollen. Durch die Einführung der Ordnungen sollen viele Streitpunkte der letzten JHV dann auch im Vorfeld geregelt sein, z.B. wie gewählt werden soll, aber auch, wie Abteilungsversammlungen stattzufinden haben. Zu letzteren wird noch der Wunsch geäußert, auch diese in Form eines kurzen Ergebnisberichts auf der Homepage zu erwähnen, so dass zukünftig immer Klarheit über den jeweiligen Stand herrscht. Einen fixen Termin für die JHV gebe es noch nicht, da zuerst noch ein paar offene Fragen geklärt werden müssten. U.a. stehe derzeit eine Neuwahl des Wahlausschusses zur Diskussion, um den gremienseitigen Neuanfang zu vervollständigen. Seitens der IG würde ein solcher Schritt ausdrücklich begrüßt, würde man doch so und zusammen mit den neuen Ordnungen wichtige Punkte berücksichtigen, die man nach der letzten ordentlichen JHV angesprochen habe.

Auch zur Sprache kam, wieso die Gremien keine einheitlichen @alemannia-aachen.de-Mailadressen verwenden, sondern mit ihren privaten bzw. beruflichen Adressen agieren. Hierzu wurde einerseits darauf verwiesen, dass man eben auch vorsichtig sein wolle, da nie aufgeklärt wurde, wie es damals zu dem „Informationsleck“ bei der Alemannia kam, und da auch noch Umstellungs- und Klärungsbedarf bzgl. der IT bestünde. Aktuell wird an der IT gearbeitet, dann könne man auch hier weiterschauen. Seitens des Publikums wird nochmal darauf verwiesen, dass man jedoch alle Korrespondenz zur Alemannia sinnvoll dokumentieren und protokollieren sollte. Dies, so von Gremienseite, würde man tuen, habe man doch selbst darunter gelitten, dass die Dokumentenlage aus der Vergangenheit unvollständig sei. Doch auch hier arbeite man konsequent an Verbesserungen. Verschiedene Möglichkeiten wurden noch im Detail diskutiert.

Natürlich kam ebenfalls das Essen-Spiel zur Sprache. Ganz abgesehen davon, dass sich alle auf dieses Spiel freuen, wurde auch angemerkt, dass man im Vorfeld offensiv damit umgehen sollte, dass man Regionalligist sei und sich dies eben auf die Möglichkeiten des Klubs auswirkt. Hintergrund ist, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht unbedingt alles reibungslos abläuft, und einige Menschen kein Gespür für die jetzige Situation der Alemannia haben. Die Folge sind dann böse Leserbriefe u.ä., weil man zu lange auf die Wurst warten musste, bei Anreise fünf Minuten vor Spielbeginn nicht rechtzeitig im Block war etc. – solchen Personen könne man im Vorfeld den Wind aus den Segeln nehmen, wenn man z.B. offen kommuniziert, dass man als Regionalligist nur begrenzte Möglichkeiten habe, und daher um eine frühzeitige Anreise bitte.

In diesem Zusammenhang kam dann auch nochmal das Thema Fanproblematik auf. Gerade im Hinblick auf das Essen-Spiel machen sich viele Fans Sorgen, insbesondere da das Spiel auch eine große Öffentlichkeit genießt und sich die Werbung für die Alemannia ins Gegenteil umkehren kann, aber auch da man keine Geisterspiele oder sonstige Sanktionen haben möchte. Vereinseitig kommt in dieses Thema endlich grundsätzlich Bewegung, z.B. stehe man mit der Expertin Frau Ribler in Kontakt, wolle darüber hinaus verschiedene Experten einbinden und plane auch entsprechende Aktionen in Hinblick auf das Essen-Spiel. Wichtig ist bei diesem Thema, dass man konsequent, nachhaltig und vor allen Dingen auch langfristig agiert. Einmalige Symbolaktionen („rote Karten“ und ähnliches) bringen die Alemannia nicht weiter.

Nach gut drei Stunden endet die stets konstruktive Diskussion, wobei man spüren konnte, dass längst nicht alles abschließend besprochen wurde, alle Beteiligten aber Interesse an einer Fortführung des Dialogs haben.

*) Anmerkungen zur Aufarbeitungskommission: Vergangenen Montag, den 19.1., fand ein Treffen mit Vertretern des Präsidiums statt, bei dem u.a. die Verschwiegenheitserklärungen der an der Kommission beteiligten unterzeichnet wurden. Arbeitsstände und Ergebnisse der Kommission werden zukünftig auf den Mitgliederversammlungen der Alemannia kommuniziert.

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