Rechenschaftsbericht des Vorstandes für die vergangene Amtszeit 04/2013 – 03/2015

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Liebe Freunde der Fan-IG,
liebe Alemanniafans,
liebe Mitglieder,

bei der letztjährigen Jahreshauptversammlung haben wir während unseres Rechenschaftsberichtes ausführlich über all unseren Aktivitäten des vorhergehenden Jahres informiert. Das ist zwar bei den anwesenden Mitgliedern sehr gut angekommen, da sich dadurch die Gelegenheit bot, einen wirklich detaillierten Einblick in unsere Arbeit zu bekommen, erforderte aber sehr viel Zeit, so dass die an sich schon lange Versammlung bis weit nach Mitternacht dauerte.

Daher haben wir uns in diesem Jahr dazu entschieden, den Rechenschaftsbericht im Vorfeld allen Interessierten schriftlich zur Verfügung zu stellen. So können sich unsere Mitglieder in Ruhe mit dem Bericht befassen, bei der Versammlung selbst können wir auf jegliche Fragen eingehen und an dem Abend verhinderte Mitglieder sind ebenfalls informiert. Darüber hinaus können sich auch alle Alemannen, die nicht Mitglied der IG sind, über unsere Arbeit informieren.

Viele Leser werden jetzt in diesem Text die Antwort auf die Frage erwarten, ob wir als IG-Vorstand meinen, alles richtig gemacht zu haben. Nur lässt sich diese Frage so nicht beantworten. Es ist gleichzeitig großartig wie schwierig, dass der Fußball die unterschiedlichsten Menschen erreichen und begeistern kann. Dies bedeutet aber auch, dass jeder nur für sich selbst vor dem Hintergrund seiner eigenen Erwartungen eine Entscheidung über „richtig“ und „falsch“ oder „gut“ und „schlecht“ treffen kann.

Alle unsere Entscheidungen haben wir mehrheitlich getroffen und auch aus der eigenen Überzeugung heraus, für die IG und die Alemannia das jeweils Richtige zu tun. Einen Fehler haben wir sicher gemacht, als wir unüberlegt eine für uns richtige und wichtige Aussage mit einer politischen Komponente verknüpft haben („Pirateninterview“), und so den Eindruck, uns für politische Zwecke einspannen zu lassen, erweckt haben. Bei den übrigen Entscheidungen gibt es sicher einzelne, die wir mit dem heutigen Wissen vielleicht anders getroffen hätten, dennoch stehen wir gemeinsam voll und ganz hinter unserer Arbeit.

Ergänzend zu diesem Text, mit dem wir uns grundsätzlich zu unserer Arbeit äußern, möchten wir auf das Aktivitätenprotokoll auf unserer Webseite verweisen. Darin findet ihr eine Auflistung weitgehend aller unserer Aktivitäten, auch derer, die wir nicht immer mit einem gesonderten Artikel auf der Webseite hervorheben. Eine Übersicht der einzelnen ausführlichen Artikel findet ihr nach Monaten sortiert in unserem Archiv.

Aktivitätenprotokoll: http://www.ig-alemanniafans.de/aktivitatenprotokoll/

Archiv: http://www.ig-alemanniafans.de/archiv/

Wir hoffen, dass viele von euch am bevorstehenden Donnerstag, den 19.3., durch die Teilnahme an der JHV eure Verbundenheit mit der IG zum Ausdruck bringt.

Mit schwarz-gelben Grüßen
– Der Vorstand –

Themenkonzept für den Fan-IG e.V. 2013/2014

Im Vorfeld der außerordentlichen Jahreshauptversammlung 2013, auf der der gegenwärtige Vorstand gewählt wurde, gab es ein Themenkonzept für die bevorstehenden zwei Amtsjahre, das wir mit Leben füllen wollten.

Das ausführliche Dokument findet ihr unter folgendem Link: http://www.ig-alemanniafans.de/wp-content/uploads/2015/03/Konzeptpapier_IG.pdf

Da dieses Konzeptpapier einerseits unsere eigenen Vorhaben und Pläne beschrieb, andererseits aber auch seine Motivation aus der Satzung und dem Konzept 2020 zieht, möchten wir auch diesen Bericht zu Beginn daran angelehnt aufbauen und euch berichten, was aus den einzelnen Vorhaben geworden ist.

Interessenvertretung gegenüber der Alemannia

Es ist uns gelungen, in den vergangenen zwei Jahren einen konstruktiven und sachlichen Dialog mit den Verantwortlichen der Alemannia zu führen und darüber die Interessen der Fans zu vertreten, angefangen bei Bierpreisen bis hin zu umfangreichen vereinspolitschen Themen.

Wichtig war für uns stets, die Themen ernsthaft und mit dem nötigen Nachdruck vorzutragen, dabei aber wo immer möglich auf eine öffentliche Austragung von Differenzen zu verzichten. Ein Nachteil dieses Vorgehens war sicher, dass viele unserer Bemühung nur wenig Sichtbarkeit nach außen bekamen, und auch den Vorwurf eines „Schmusekurses“ mussten wir uns gelegentlich anhören. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass unser Vorgehen speziell in der kritischen Zeit der Insolvenz der Gesamtsituation angemessen war. So können wir viele Erfolge verzeichnen, beispielsweise:

  • Regelmäßiger Austausch zwischen der IG und Verantwortlichen bzw. Gremien der Alemannia.
  • Der Verwaltungsrat, der früher keinen Wert auf die Zusammenarbeit mit der IG legte, steht nicht nur im regelmäßigen Kontakt mit uns, sondern hat auch mit Dr. Martin Fröhlich einen Mitgliedervertreter zu seinem Vorsitzenden gewählt, wodurch er auch regelmäßig an den Aufsichtsratssitzungen der GmbH teilnehmen kann.
  • In Sachen Transparenz muss die Alemannia sich zwar noch weiter stark steigern, erste wichtige Schritte sind aber in den vergangenen zwei Jahren gemacht worden. So hat das Präsidium die Jahresabschlüsse vorab bereitgestellt, der Verwaltungsrat kommuniziert seine Aktivitäten über die Homepage und in der kritischen Phase der Insolvenz wurde dem IG-Vorstand ein Fragenkatalog der Mitglieder in persönlicher Diskussion beantwortet.
  • Auch die gemeinsame Präsentation von Mitglieder- und Gremienkandidaten vor der letzten Alemannia-JHV war ein Meilenstein. Leider wurde die dort beschworene Gemeinschaft im Anschluss nicht gelebt – in der weiteren Präsentation im Tivoli Echo fanden die Mitgliederkandidaten keine Beachtung, bei der JHV selbst wurde eine Blockwahl der Gremienkandidaten eingefordert. Dennoch erzielte auch Dirk Habets als Mitgliederkandidat für den Aufsichtsrat ein großartiges Ergebnis und hätte vermutlich unter anderen Voraussetzungen in das Gremium einziehen können.
  • Die kritische Aufarbeitung der TSV-JHV im Nachgang brauchte leider sehr viel Zeit. Speziell in solchen Dingen muss es möglich werden, alle Unstimmigkeiten zeitnah auszuräumen. Dennoch verbuchen wir es als Erfolg, dass die Eingebungen zum Protokoll von Mitgliederseite zusammengefasst auf der Alemannia-Homepage veröffentlicht wurden, dass die fehlenden Ordnungen unter Einbeziehung der Mitglieder in Arbeit sind, und dass erste Lehren aus dem unangemessenen Wahlvorgang gezogen wurden. Dieser Punkt ist noch nicht abgeschlossen, wir befinden uns aber auf einem guten Weg.
  • Bei der Aufschiebung der 2013er JHV haben wir uns neben anderen Mitgliedern ebenfalls für eine zeitnahe Einberufung der überfälligen Versammlung ausgesprochen. Als die Situation zu eskalieren drohte, haben wir den Dialog mit dem Präsidium weiter fortgesetzt und wurden so auch frühzeitig über die bevorstehende Einberufung informiert, die dann auch wie zugesagt stattfand.

Wichtig ist nun aus unserer Sicht, den eingeschlagenen Weg fortzuführen. Dies gilt insbesondere auch für die Durchführung der zukünftigen Hauptversammlungen der Alemannia, aber auch für eine offene Kommunikation der Abteilungsversammlungen. Die bereits früher eingeführte neue Satzung gibt den Mitgliedern deutlich mehr Rechte, es muss aber auch ein Umfeld geschaffen werden, in dem die Mitglieder diese Rechte auch ausüben können. Der Weg dahin hat erst begonnen, speziell die zu beschließenden Ordnungen werden hier sehr wichtig sein. Aber auch weitere Anpassungen an der bestehenden Satzung sind aufgrund der praktischen Erfahrung mit dieser durchaus denkbar.

Unterstützung der Alemannia

Wir haben es in der Insolvenzsituation der GmbH aber auch in der schwierigen Situation des TSV als unablässig angesehen, den Verein wo möglich zu unterstützen. Dies haben wir auf unterschiedlichste Weise getan, sei es durch Unterstützung beim Versand der JHV-Einladungen, durch Unterstützung bei der Durchführung der Hauptversammlungen und insbesondere durch die aktive, unentgeltliche Hilfe an den Spieltagen, z. B. in den Kassenhäuschen, beim Einholen der Werbeplanen auf dem Spielfeld und bei den VIP-Parkplätzen.

Ein Nachteil der Unterstützung war leider, dass mangels Helfern häufig auch der IG-Vorstand stark bei der Unterstützung eingespannt war, weshalb dieser im Stadion nicht so präsent war, wie man es sich selbst gewünscht hätte, auch wenn es mit Jac beim Verkauf der Auswärtskarten immer zumindest einen Ansprechpartner im Fantreff gegeben hat. Als wichtige Erfahrung auch für unsere Nachfolger haben wir mitgenommen, dass man sich zukünftig wieder stärker auf die eigene Präsenz konzentrieren muss, und erst, wenn diese sichergestellt ist, seine Kapazitäten der Alemannia bereitstellen sollte.

Hinzu kamen diverse Spendenaktionen zugunsten der Alemannia, von denen man insbesondere die Aktion „Club der 100er“ nennen muss, die in Zusammenarbeit mit engagierten Fans eine Spendensumme von fast 9.000 Euro für die Jugendarbeit der Alemannia einbrachte.

Zusammenarbeit mit den Abteilungen der Alemannia

Wir haben einzelne IG-Treffen den Abteilungen gewidmet. Speziell das Treffen mit der Damenabteilung war ein voller Erfolg, konnte diese darüber sowohl finanzielle Unterstützung als auch freiwillige Helfer gewinnen. Aber auch die Futsal- und die Leichtathletik-Abteilung erhielten die Chance, sich im Werner-Fuchs-Haus vorzustellen. Auch wurden Ideen erarbeitet, wie man die Abteilungen auf der Saisoneröffnung der Fußballer durch eine Schnitzeljagd mit Gewinnmöglichkeit stärker in den Fokus rücken kann, leider kam es hier aber nicht zur Umsetzung.

Die Zusammenarbeit mit den Abteilungen kann sicher noch weiter ausgebaut werden. Wertvoll war auf jeden Fall der Aufbau des Kontakts zu den Abteilungen und darüber auch die stärkere Vernetzung der IG in der Alemannia-Familie auch über den Herrenfußball hinaus.

Zusammenarbeit mit den Fanbetreuern der Alemannia

Da die bisherigen Fanbetreuer der IG zur Alemannia gewechselt sind, erfolgte so eine Entlastung für die IG, da damit auch die Betreuung der Auswärtsfahrten ausgelagert wurde. Umso wichtiger wurde jedoch der gegenseitige Austausch, um nicht gleiche und somit doppelte Arbeit anzugehen.

Dazu fanden in unregelmäßigen Abständen (meist auch unter Einbeziehung des Fanprojektes) Treffen statt, die in Zukunft unbedingt noch weiter verstetigt werden müssen. Ferner nahm der IG-Vorstand auch an fast allen Fanclubtreffen teil, während ebenso zumeist auch immer ein Vertreter der Fanbetreuung bei den IG-Treffen anwesend war. Zur letzten Saisoneröffnung präsentierte man sich darüber hinaus auch mit einem gemeinsamen Stand.

Werner-Fuchs-Haus

Dank der Unterstützung der Alemannia ist es gelungen, das Werner-Fuchs-Haus weiter zu halten. Zwar ist auch der neue Vertrag immer nur jeweils ein Jahr gültig, verlängert sich aber bei ausbleibender Kündigung immer automatisch um ein weiteres Jahr, so dass der Erhalt des WFH nicht jedes Jahr neu diskutiert werden muss.

Fanprojekt

Vor unserer Amtsübernahme war der Kontakt zum Fanprojekt vollständig abgebrochen. Diverse Bemühungen über den Träger, der AWO, eine personelle Umbesetzung zu erwirken, führten zu keinem Ergebnis. Nachdem wir uns konstituiert hatten, kam die damalige Leiterin des Projektes, Kristina Walther, von sich aus direkt auf uns zu und lud zu einem Dialog von Fanprojekt, Fanbetreuung, SKB und IG. Im Anschluss fand ein regelmäßiger Kontakt speziell auch im Hinblick auf die Junge IG statt. Das Fanprojekt erhielt bei der 20-Jahr-Feier der IG zudem die Möglichkeit, sich dort mit einem Stand zu präsentieren. Ende 2014 nutzten dann auch die zwischenzeitlich neuen Mitarbeiter des Projektes die Möglichkeit, das Fanprojekt und seine Aufgaben bei einem IG-Treffen ausführlicher vorzustellen und damit auch einige Vorurteile und falsche Erwartungen auszuräumen.

Junge IG

Die Junge IG wurde ins Leben gerufen und bot auch in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt verschiedene Veranstaltungen für junge Fans an, die sehr unterschiedlich aufgenommen wurden. Gut besucht waren z.B. ein Kicker- und ein Videoabend, während die Karnevalsparty nur eine Handvoll Jugendlicher lockte. Das absolute Highlight mit dreißig Teilnehmern war jedoch ein Alemannia-Tag in den Ferien inklusive Trainingsbesuch, Elfmeterschießen mit Frederic Löhe, Quiz mit Tom Moosmayer, Stadionführung und Pressekonferenz mit Marcus Hoffmann.

Außerdem erfreute zweimal der „nIGolaus“ die Kinder in der Adventszeit und es konnte eine Zusammenarbeit mit dem Verein Jugend im Kampf gegen Gewalt Aachen e.V. ins Leben gerufen werden, u.a. mit einem gemeinsamen Videoprojekt.

Zuletzt konnten wir leider aus Kapazitätsgründen die Aktivitäten der Jungen IG nicht weiterführen, hoffen aber, dass diese in Zukunft wieder aufgenommen werden können.

„Probleme, die Fans machen“

In diesem Punkt haben wir ursprünglich die Position bezogen, dass wir uns nur mit Problemen beschäftigen wollen, die Fans haben, und nicht mit Problemen, die (vermeintliche) Fans machen. Schnell mussten wir aber feststellen, dass sich dies nicht wirklich voneinander trennen lässt. So sahen wir uns mit zwei Problemen konfrontiert, die uns zu einem Spagat gezwungen haben – einerseits wollten wir beide Probleme angehen, andererseits durften wir dabei nicht unsere Glaubwürdigkeit verlieren:

  1. Der Ruf der Alemanniafans hatte in der Vergangenheit massiv gelitten. Speziell in überregionalen Medien musste man den Eindruck gewinnen, als würde unsere Südtribüne ausschließlich von gewaltbereiten Rechtsextremen bevölkert werden. Hier wollten wir unbedingt entgegenwirken, um diesen Fehleindruck zu korrigieren.
  2. Andererseits dürfen wir aber nicht außer Acht lassen, dass wir tatsächlich einige Probleme haben, wenn auch nicht in dem Ausmaß, wie es zum Teil dargestellt wird. Diese sinnvoll anzugehen, stellte sich als große Schwierigkeit heraus.

Zum ersten Punkt haben wir sehr viele Gespräche mit unterschiedlichen Pressevertretern geführt, in der Hoffnung das öffentliche Bild zurechtrücken zu können. Während der Kontakt zu regionalen Pressevertretern sehr konstruktiv war, und man unseren vielfältigen Aktionen – z. B. die Lichterkette mit 500 Teilnehmern, diverse Aufrufe zur Gewaltfreiheit (insbesondere zum Spiel gegen Essen gemeinsam mit der Essener FFA) und das Projekt zur NS-Vergangenheit der Alemannia – Beachtung schenkte, mussten wir uns überregional damit abfinden, dass wir zumindest unsere Sicht der Dinge platzieren konnten und einen sehr abwegigen Artikel verhindern konnten.

Zum zweiten Punkt mussten wir lernen, dass wir zwingend auf die direkte Unterstützung der Alemannia angewiesen sind, die sich aber zu lange versucht hat, aus dem Themengebiet heraus zu halten, wodurch sich das Thema noch in der Zeit vor der Insolvenz so sehr verschärfen konnte. Die neuen Gremien haben aber erste Bemühungen gestartet, die einen langfristigen und nachhaltigen Umgang mit dem Thema sicherstellen sollen. Wir hoffen, dass diese Bemühungen nun auch mit der notwendigen Ernsthaftigkeit zügig umgesetzt werden. Aktuell läuft dies noch entschieden zu langsam, hier ist mehr Konsequenz notwendig.

Zwischenzeitlich haben wir aber auch wiederholt versucht, das Thema selbst anzugehen. Auf die Ankündigung der Karlsbande Ultras, speziell den Ruf der rechten Unterwanderung ernsthaft loswerden zu wollen, haben wir uns um einen Dialog bemüht. Zunächst haben wir dazu im WFH ein Gespräch zwischen Ultras, Fanbetreuung, Fanprojekt, Vereinsvertretern und uns organisiert, um über mögliche Wege zu kommunizieren. Später haben wir unsererseits auch Kommunikationsexperten angesprochen, die bereit gewesen wären, eine Kampagne der Fans zu unterstützen und diese ggf. auch für die Alemannia selbst auszuweiten. Den Experten war es lediglich wichtig, dass seitens der betroffenen Fangruppen auch selbst ernsthaft die Bereitschaft besteht, Dinge zu ändern.

Zusätzlich haben wir kurzfristig mögliche Choreo-Ideen vorgeschlagen, um bei Risikospielen die kritisierten Fangruppen gemeinsam und frühzeitig ins Stadion zu bekommen und sie so nachweislich von etwaigen Vorfällen fernzuhalten. Außerdem wollten wir mögliche öffentlichkeitswirksame Aktionen besprechen.

Alle diese Vorhaben wurden aber nicht angenommen. Die Karlsbande betonte zwar wiederholt, ihren Ruf korrigieren zu wollen, stellte aber auch klar, dass man sich nicht von Freunden aus dem rechtsradikalen Spektrum lösen wolle, da es nun mal keine Rolle spiele, was diese in der Politik unternehmen, solange sie dies nicht innerhalb des Stadions tun. Leider ging diese nicht durchgeführte Trennung auch damit einher, dass man sich auch außerhalb des Stadions im entsprechenden Umfeld mit Alemannia-Symbolik zeigte und so weiterhin auch den Ruf des TSV massiv gefährdete.

Zum Thema Pyrotechnik wurde klar kommuniziert, dass diese für die Ultragruppe dazugehöre, und die Alemannia lieber dankbar sein solle, dass man nur vergleichsweise selten zünde.

Eingestellt wurden alle unsere Bemühungen dann aber, als uns seitens der Ultras klar mitgeteilt wurde, dass wir uns zum Thema Gewalt nicht einig würden. Zu diesem Zeitpunkt besannen wir uns auf unsere frühere Positionierung zurück und haben eine Fortführung der Kommunikation mit einer Gruppe, die diese Position vertritt, für nicht sinnvoll erachtet.

Weitere Aktivitäten

Neben den zuvor genannten Aktivitäten haben wir uns vielen weiteren Themen zugewandt. Dazu gehörten gesellige Veranstaltungen wie das Vatertagsgrillen, die 20-Jahrfeier der IG, die Karnevalssitzung und das Weihnachtssingen, aber auch ernsthaftere Veranstaltungen wie die Lichterkette und die Vorbereitung des NS-Ausstellungsprojektes.

Wo möglich haben wir zudem auch versucht, uns sozial zu engagieren, sei es durch die Blutspendenaktion des Vereins Jugend im Kampf gegen Gewalt, durch Anpacken beim Möbeltransport für ein Mitglied oder auch bei einer kleineren Spendensammlung im privaten Rahmen. Leider hat uns die Unterstützung der Alemannia-Rettung sehr stark gebunden und auch letztere Spendenaktion stand durch die zeitliche Überlagerung mit dem Club der 100er nicht unter guten Voraussetzungen. Hier hätten wir gerne mehr geleistet, mussten aber auch in diesem Punkt der Gesamtsituation Rechnung tragen – getreu dem in der Zeitung zitierten Motto „Ohne Alemannia macht auch die IG keinen Sinn“.

Im Zuge der Gesamtsituation muss auch die Insolvenz nochmal angesprochen werden. Wir haben uns sehr dafür eingesetzt, den Fans in diesem Thema möglichst viel Unterstützung zum besseren Verständnis der Situation und der damit verbundenen Abläufe zu leisten. So gab es diverse Hinweise, Berichte und auch eine umfangreiche „FAQ“ zur Insolvenz. Darüber hinaus begleiteten wir den Krämer-Prozess und berichteten ausführlich, und auch beim Fankongress und Unsere Kurve haben wir uns, soweit uns dies von unseren Kapazitäten möglich war, eingebracht.

Zu Letzterem ist insbesondere auch das Engagement im Düsseldorfer Landtag zu nennen, bei dem Fanvertreter verschiedener Vereine den Dialog mit den Innen- bzw. Sicherheitsverantwortlichen suchten, und als dessen Erfolg man durchaus auch die reduzierten Polizeiaufgebote bei Ligaspielen in NRW werten darf.

Über diese Kanäle konnten wir auch Kontakt zu DFB und speziell DFL herstellen und auch dort unsere Position zum überzogen schlechten Ruf der Alemanniafans bei den Verantwortlichen darlegen.

Der Verein

Während unserer Amtszeit hat es einige sehr bedauerliche Austritte gegeben, dennoch verzeichneten wir durchaus mehr Ein- als Austritte, darunter auch einige Wiedereintritte, die uns sehr gefreut haben. Zum Abschluss des Geschäftsjahres verzeichnen wir aber dennoch einen leichten Gesamtrückgang der Mitgliedszahlen auf knapp 200, nachdem wir knapp 30 Mitglieder als „Karteileichen“ aussortierten, die während der gesamten zwei Jahre auf keine Weise kontaktiert werden konnten, und von denen wir uns somit auch keine Zahlung der Mitgliedsbeiträge mehr erwarten dürften. Daher sei hier zum Abschluss auch noch einmal die dringende Bitte an alle Mitglieder gerichtet, Adressänderungen mitzuteilen. Solltet ihr zuletzt aus für euch unerfindlichen Gründen weder Post noch Abbuchungen durch die IG erhalten haben, ihr aber dennoch Mitglied bleiben wollt, würden wir uns ebenfalls über eine kurze Kontaktaufnahme freuen.

Wir übergeben die IG als einen intakten Verein mit einer guten Positionierung und Verdrahtung zum Verein, zu den Medien, zur Polizei und zur Stadt sowie einer guten Mitgliederbasis. Entsprechend hoffen wir, dass es uns gelingt, einen neuen Vorstand für die IG zu finden, da die IG als Korrektiv gegenüber der Alemannia und als Sprachrohr der Fans gegenüber Alemannia und Öffentlichkeit nicht aufgegeben werden darf.

Wir bedanken uns herzlich dafür, dass ihr euch die Zeit genommen habt, unsere Ausführungen bis hierhin zu lesen, und freuen uns auf euer (sehr gerne auch kritisches) Feedback am bevorstehenden Donnerstag.

Mit schwarz-gelben Grüßen
Euer Vorstand

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