Der RSC braucht Hilfe

Liebe Alemannen, liebe Sportfans

Heute wenden wir uns einmal nicht in Sachen Fußball an euch.

Als Fan der Alemannia ist man in der Regel nicht nur seinem Verein, sondern auch seiner Region und insbesondere seiner Stadt und ihren Einwohnern zugetan. Es berührt uns, wenn Sportskameraden durch eine feige Brandstiftung ihres Sports beraubt werden. Vor allem dann, wenn jene Aachener Mitbürger mit ihrem Sport mehr als “nur” Freizeitbeschäftigung betreiben.

Die Rede ist hier vom RSC, Rollstuhlsportclub Aachen, in dem auf hohem Niveau (Deutscher Meister 2005) Rollstuhlhockey gespielt wird. Der Verein engagiert sich für soziale Einrichtungen und Zwecke (schwer kranke Kinder Aachen, Ap&p Rollstühle für Afrika, Lebenshilfe Aachen, Verein krebskranke Kinder Aachen) und richtet bereits seit 4 Jahren den “Spendercup” aus. In der Nacht zum Sonntag ist der Anhänger, in dem 26 Sportrollstühle und Hockeyschläger gelagert waren, abgebrannt. Der Sachschaden beläuft sich auf mehr als 30.000 €. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Dieser Club braucht nun zur Anschaffung neuer Rollstühle auch unsere Hilfe. Wir bitten jeden Schwarz-Gelben einmal nach zu schauen, ob sich nicht noch der ein oder andere Euro findet, mit dem der Verein unterstützt werden kann.

Spendenkonto: 2119870014, BLZ 39060180, Aachener Bank

Informationen, Interviews und Presseberichte findet man auf dieser Webseite.

Es würde uns freuen, wenn die Rollis schon bald wieder durch die Hallen flitzen.

Dirk Heinhuis

Unverantwortlich

Frage an Radio Eriwan: Kann man ein Montagabendspiel auch absagen?
Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja, es sei denn, das Spiel findet in Aachen statt.

Wer immer dafür verantwortlich ist, er hat seine Aufgabe nicht gut gemacht. Das Fußballspiel der Alemannia gegen den 1. FC Kaiserslautern stattfinden zu lassen, war falsch und unverantwortlich. Wir wissen nicht, welcher der folgenden Kandidaten Verantwortung hätte übernehmen können, wir wissen nur, keiner hat es getan. Die Stadt Aachen und die StädteRegion, deren Straßennetz incl. öffentlichen Verkehrsmitteln den Totalkollaps erlitten hat? Die Polizei als Beschützer der Bürger? Die Alemannia als Ausrichter? Oder alle in Kooperation? Polizei informiert Stadt – Stadt bittet Verein – Verein sagt ab?

Oder, so die ketzerische Frage, die bereits am gestrigen Abend von vielen mit „Ja“ beantwortet wurde, lag die Durchführung des Kicks schlicht und ergreifend daran, dass es sich um ein im Fernsehen übertragenes Livespiel handelte? Wäre an einem Sonntag abgesagt worden? Die Vermutung (siehe kurzfristige Absagen in Rostock und Karlsruhe) liegt nahe.

Wie gesagt, wir wissen nicht, wer das Spiel durchziehen wollte. Wir sind aber der Meinung, irgendwer hätte Handeln und das zeigen müssen, was Oliver Kahn vor einiger Zeit von seinen Mitspielern sehen wollte: Hühnerprodukte!

Respekt und Toleranz in München?

Heute erreichte uns dieser offene Brief an Karl-Heinz Rummenigge. Der Inhalt wird von uns bestätigt und unterstützt. Vergleicht man nämlich die Situation für Auswärtsfans in Aachen oder St. Pauli mit denen in München, dann kann man über Rummenigges Vorschlag nur den Kopf schütteln.

Lieber Karl-Heinz Rummenigge,

mit Erstaunen, wenn nicht gar Fassungslosigkeit, haben wir die Hausmitteilung des FC Bayern München zum Thema Respekt und Toleranz zur Kenntnis genommen und uns die diversen Presseberichte dazu durchgelesen sowie den Bericht von TV München angesehen.

Tenor des Ganzen: Der FC Bayern München tritt für Respekt und Toleranz gegenüber dem Gegner und seinen Fans ein. Deshalb dürfen die Gegner ab sofort ihre Schwenkfahnen auf dem Rasen der Versicherungsunternehmen-Arena wedeln. Außerdem wird es weitere, nicht näher beschriebene Aktionen geben, die mit den Fanclubverantwortlichen abgestimmt sind. Das alles bezeichneten Sie, Karl-Heinz Rummenigge, als Fanprojekt.

Verehrter Karl-Heinz Rummenigge,
wir möchten nicht dreist erscheinen, wenn wir Sie fragen, ob das jetzt Ihr Ernst war. Denn München – egal ob ein Spiel beim FCB oder dem TSV 1860 – gilt für Fußballfans seit jeher als eine Auswärtsfahrt, die bestimmt ist von Polizei- und Ordnerschikane, Choreographieverboten und Restriktionen jedweder Art. Und Sie wollen der Welt allen Ernstes glauben machen, dass Ihre Fahnenidee, die Sie beinahe anmaßend als Fanprojekt bezeichnen, ein Zeichen von Respekt und Toleranz ist? Wir können nicht fassen, wie Sie dies behaupten können. Das liegt übrigens nicht daran, dass sich für populistische Äußerungen in der Vergangenheit Uli Hoeneß verantwortlich zeichnete, sondern ganz einfach daran, dass Sie offenbaren, keinerlei Ahnung haben, was Fans eigentlich wollen.

Auswärtige Fans wollen nicht pauschal von der Münchner Polizei und dem dazugehörigen USK wie Schwerverbrecher behandelt werden. Sie wollen ihre Fahnen in uneingeschränkter Größe IN ihrem Block schwenken und nicht auf dem Spielfeld. Sie wollen Choreographien mit Materialien ihrer Wahl durchführen, ihr Bier und ihre Stadionwurst mit Bargeld kaufen und diese IM Block anstatt davor verzehren, um auch etwas vom Spiel mit zu bekommen. Sie wollen ein Megaphon zur Koordination ihrer Unterstützung erlaubt bekommen anstatt sich von der Münchner Polizei anhören zu müssen, dass der Einsatz eines Megaphons sicherheitsgefährdend sei.

Anders ausgedrückt: auswärtige Fans möchten die Mindeststandards, die in fast allen Bundesligastadien herrschen, auch in München, dem selbst ernannten Vorreiter in Sachen Respekt und Toleranz, vorfinden.

Respekt und Toleranz sollten Sie vielleicht auch Ihren eigenen Fans entgegenbringen. In München werden die eigenen Fangruppen pauschal für Taten Einzelner abgestraft, Stadionverbote für Banalitäten verhängt und auch schon mal auf Mitgliederversammlungen die Fans vom eigenen Manager als Idioten hingestellt. Und Sie, Karl-Heinz-Rummenigge, wollen der Öffentlichkeit etwas von Respekt und Toleranz erzählen? Wenn Sie und Ihre Kollegen Respekt vor Ihren eigenen Fans hätten, dann würden Sie ihnen nicht zumuten, dass Anhänger des Gegners „ihren“ heiligen Rasen betreten!

Mit sportlichem Gruß, nehmen Sie es uns nicht übel,

Aachen Ultras
Chosen Few Hamburg 1999
Ultras Hannover
Dachverband der aktiven Fanclubs des 1.FC Köln
Supporters Crew Freiburg e.V.
Wilde Jungs Freiburg
Weekend Brothers Wolfsburg
THE UNITY – Supporters Dortmund e.V.
Harlekins Berlin ‘98
Horda Azzuro Ultras Jena
Horidos 1000 Fürth
Violet Crew Osnabrück
Generation Luzifer 1998 Kaiserslautern
Pfalz Inferno Kaiserslautern
Frenetic Youth Kaiserslautern
Ultraszene Mainz 01
Ultrá 1894 Karlsruhe
Fialova Sbor Aue
Cattiva Brunsviga

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Nachruf auf einen Alemanniafan mit Herz

“Biggi ist tot”
Drei Worte, die durch Mark und Bein gingen. Die nachdenklich, traurig und ratlos machen. Drei Worte, die zurückholen auf den Boden des wirklich Wichtigen. Ins Leben!

Worüber kann man sich rund um die Alemannia nicht alles aufregen? Verpatzte Präsidentenwahlen, verlorene Spiele, ein Vereinsheim, das keines ist, überzogene Polizeieinsätze, unmotivierte Kicker, Patriarchen aus eigenen Gnaden, uneinsichtige Altalemannen und vielem mehr. Doch werden wir schmerzlich daran erinnert, wie bedeutungslos all dies ist, wird eine Freundin, eine Wegbegleiterin, aus unseren Reihen gerissen. Nach Guido Collet müssen wir uns innerhalb kürzester Zeit von einem zweiten uns lieb gewordenen Menschen verabschieden.

Viele IG-Mitglieder und viele Fans der Alemannia kannten Biggi. Durch ihre häufigen Auswärtsfahrten, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Guido unternommen hat, war sie insbesondere dem “harten Kern” und vielen “seit-ewigen-Zeiten” Alemannen bekannt. Wenn der Bus auf der A 44 an der Raststätte “Ruraue” anhielt wusste jeder, weshalb dies geschieht: “Wir picken Biggi und Guido auf”. Sie gehörte nicht zu den lauten, nicht zu denen, die im Bus den Takt bestimmten. Sie gehörte zu den ruhigen, fröhlichen Vertretern. Zu denen, auf die man sich freute, wenn es in die nächste Stadt, zum nächsten Spiel ging.

Ihr Platz in Block P bzw. Block S bleibt nun leer.
Ihr Platz in unseren Herzen und unserer Erinnerung nicht.

Guido, unsere Gedanken sind bei dir. Wir wünschen dir für die kommende Zeit all die Kraft, die es braucht, um diesen schweren Verlust verstehen zu können. Sei versichert, dass du in deiner Trauer und in deinem Schmerz nicht alleine bist. Viele von uns stehen dir bei und sind dir in Gedanken nah.

Ein letzter Gruß.

Für den Vorstand und die Mitglieder der Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fan-Clubs
Dirk

Berichte zu den Vorfällen vor und nach dem Heimspiel gegen Union Berlin

Bericht aus Sicht der Aachen Ultras, Aquisgranum Delirium und Commando Aachen

Schon Stunden vor dem Heimspiel von Alemannia Aachen am vergangenen Sonntag konnte man im Stadionumfeld des neuen Tivolis unverhältnismäßig viele Polizeifahrzeuge beobachten. Mit dem 1. FC Union Berlin war ein Verein zu Gast in Aachen, zu dem keinerlei Rivalität zwischen den Fanlagern vorliegt, daher konnte man sich dies zunächst nicht erklären.

Nach der offiziellen Öffnung der Stadiontore positionierten sich auch im Stadioninneren mehrere Beamte der Hundertschaft, welche in Zusammenarbeit mit den SKBs (Szenekundige Beamte) der Aachener Polizei einzelne Fans beim Betreten des Stadions filmten, abfotografierten und teilweise auch zur Personalien-feststellung zur Seite nahmen. Auf Nachfrage beim Ordnungsdienst erfuhr man schließlich, dass besagter Einsatz der Personalien-feststellung von anscheinend auf Videoaufnahmen erkannten Personen galt, welche beim Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf angeblich Sitzbänke mutwillig demoliert hatten. Das oben geschilderte Auftreten der Polizei, welche bei diesem Spiel zum ersten Mal ganz offensichtlich im Stadioninneren auftraten, beängstige viele der anwesenden Fans.

Von der Gruppe Aachen Ultras wurden weder vor dem Spiel (außerhalb des Stadions) am Fantreff, noch beim Betreten des Stadions bzw. des Block S3 Personen bezüglich einer Personalienfeststellung zur Seite genommen, obwohl es ausreichend viele Möglichkeiten dazu gegeben hätte. Das Spiel verlief ohne jegliche Zwischenfälle. Vor allen Blockausgängen der gesamten Südtribüne positionierten sich jedoch schon kurz vor Spielende wieder etliche Beamte der Hundertschaft, um dann gezielt ein Mitglied der Gruppe Aachen Ultras von hinten zu überwältigen. Besagter Person wurden dabei die Augen zugehalten und er wurde darauffolgend in äußerst rabiater Weise zur Personalienfeststellung abgeführt. Diesen Vorgang bekamen auch weitere Mitglieder der Gruppe Aachen Ultras mit, welche wie bei jedem Heimspiel geschlossen den Block verließen. Auch dieses Ritual müsste den Szenekundigen Beamten bekannt gewesen sein. Auf Nachfrage, warum dieser Zugriff nicht schon vor dem Spiel in deeskalierender Form getätigt wurde und warum man diesen darüber hinaus in der bereits geschilderten unverhältnismäßig rabiaten Art durchführte, bekam man keine Antwort. Stattdessen wurden die Beamten der Hundertschaft handgreiflich und schubsten einzelne Personen zur Seite bzw. drängten diese zurück.

Zu dieser Zeit ging von der Gruppe keinerlei Gewalt gegen Polizeibeamte aus, lediglich wurde das Unverständnis über die Art und Weise des Zugriffs in verbaler Form geäußert. Die behelmten Polizeibeamten hielten provokanterweise bereits ihre Pfefferspray-Flaschen im Anschlag. Von der Rückseite näherten sich ebenfalls Beamte der Hundertschaft und versuchten somit, die Gruppe einzukesseln. Dem Zugführer / Einsatzleiter schien den verbalen Protest bereits als Angriff auf seine Kollegen gewertet zu haben und blies mit einem Fingerzeig auf eine weitere Person aus der Gruppe und dem Ausruf „Den will ich unbedingt haben!“ zum Angriff. Daraufhin verlagerte sich das Geschehen auf den Platz vor der Südtribüne (außerhalb des Stadions), dort gingen behelmte Polizeibeamte nun gezielt unter dem Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray auf die Gruppe los. Alle Anwesenden, darunter auch Außenstehende, wurden nun mit dem Schlagstock, Faustschlägen und Tritten der Beamten traktiert bzw. ihnen wurde gezielt Pfefferspray in das Gesicht gesprüht. Fans, die sich verständlicherweise vor der sinnlosen Gewalt, die von den Polizeibeamten ausging, durch die geöffneten Fenster in den Fantreff retteten, waren wohl der Grund, dass nun auch Pfefferspray in den Fantreff gesprüht wurde. Eine Person wurde dabei gewaltsam zu Boden gebracht und mit Kabelbindern gefesselt, dabei wurde der Person mehrfach von Polizisten gegen den Kopf getreten.

Die Leiterin des AWO-Fanprojekts, Kristina Walther, versuchte deeskalierend auf die Situation einzuwirken und wurde ebenfalls, ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei ihr um eine Sozialpädagogin handelt, die gerade in solchen Situation schlichtend eingreifen soll, zur Seite geschubst und mit einem Platzverweis belegt. Derweil wurden sich direkt vor dem Fantreff 13 Bauernopfer gesucht, welche eingekesselt wurden, darunter auch Fans, die lediglich am Fenster der IG (Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fan-Clubs e.V.) Eintrittskarten für die nächsten Auswärtsspiele kaufen wollten. Heranstürmende weitere Polizisten nahmen darüber hinaus keine Rücksicht auf Fans, darunter auch Frauen und Kinder, die das Stadion verließen und rannten diese fast über den Haufen.

Als sich die Situation mehr oder weniger wieder beruhigt hatte, kamen nun auch knapp 20 Uniformierte mit der pauschalen Ansage „Die Herrschaften mit schwarzen Jacken sind hiermit in Gewahrsam genommen“ direkt in die Verkaufsräume. Zeuge dieser Aktion wurde neben Vorstandsmitgliedern der IG auch der Fanbeauftragte der Alemannia, Robert Jacobs, welcher zunächst auf Nachfrage, was dieser Einsatz zu bedeuten habe und warum nun auch in Fanräume eingedrungen wird, mit der Aussage „Sie haben hier nichts zu melden“ abgekanzelt wurde. Unmittelbar nach dem Betreten des Fantreffs packten sich die Polizeibeamten einen völlig verängstigten 14 jährigen Jungen, welcher zufälligerweise auch eine schwarze Jacke anhatte und im Fantreff verweilte und legten ihm direkt Kabelbinder zu Abführung an. Als dieser sich darüber beklagte, dass die Kabelbinder sehr fest gezogen wurden, bekam er nur „Stell dich nicht so an“ zu hören. Die fünf Personen mit einer schwarzen Jacke wurden nun einzeln von einem Polizeibeamten zur Stadionwache geführt und wurden vor den Türen der Wache quasi öffentlich zur Schau geführt. Hier wurden nun die Personalien festgestellt und jeweils zwei Fotos gemacht, bevor alle ein Platzverbot für den Raum Tivoli erhielten.

Die 14 in Gewahrsam genommenen Personen mussten sich vor bis zu vier Beamten, sowie mehreren Mitinsassen in einem nicht geschlossenen Raum komplett entkleiden. Als sich eine Person weigerte, dies in dieser Form zu tätigen, wurde dies mit Gelächter und stupiden Sprüchen wie „Ist dir das etwa peinlich?“ oder „Wenn du das jetzt nicht machst, dann zieh ich dir die Hose runter“ quittiert. Neben diesem menschenunwürdigen Verhalten seitens der Polizei berichteten weitere Personen, welche in Gewahrsam genommen wurden, dass man sie während der Polizeiobhut nicht wie normale Menschen, sondern eher wie Vieh behandelt hätte. So wurden sie durch die Gänge gejagt und halbnackt in eine der Zellen geworfen. Manche Personen saßen knapp eine Stunde nur mit T-Shirt und Boxershort bekleidet in einer völlig unterkühlten Zelle. Neben der körperlichen Diskriminierung wurden auch Einwürfe wie „Herzlichen Glückwunsch, ihr habt den Hauptpreis gezogen, bundesweites Stadionverbot“ seitens der Polizeibeamten von sich gegeben.

Wir sind der Überzeugung, dass die Personalienfeststellung der einzelnen Person nach dem Spiel, welche nun als Auslöser des darauffolgenden Polizeieinsatzes dargestellt wird, völlig überzogen vonstatten ging. Es gab, wie eingangs erwähnt, mehrere Möglichkeiten, dies bereits vor dem Spiel in deeskalierender Art und Weise zu tätigen. Darüber hinaus wurde von zumindest einem SKB gegenüber Kristina Walter bestätigt, dass dieser die Person zumindest vom Sehen her kannte und auch der Gruppe Aachen Ultras zuordnen konnte. Weiterhin verurteilen wir die Einkesselungsversuche und die darauf folgende sinnlose Gewalt, welche von den Beamten der Hundertschaft gegenüber der oben erwähnten Personengruppe ausging, aufs schärfste. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass dies eine völlig gezielte Aktion gegen die Personengruppe darstellte und zu keinem Zeitpunkt differenziert bzw. gar deeskalierend von den eingesetzten Polizeibeamten gehandelt wurde. Warum drangen Polizeibeamte unter dem pauschalen Vorwand, alle Personen mit schwarzen Jacken in Gewahrsam nehmen zu wollen, in einen geschützten Fanraum, wie dem Fantreff, ein?

Wir erhoffen uns ein rückwirkend eine selbstkritische Betrachtung der Verhaltensweise seitens der Polizei. Es darf unserer Meinung nach nicht sein, dass nun Fans unter dem unüberlegten und völlig überzogenen Verhalten der Polizei zu leiden haben und im schlimmsten Falle mit einem Ermittlungsverfahren und einem bundesweitem Stadionverbot belegt werden.

Aachen Ultras 1999
Aquisgranum Delirium
Commando Aachen


Bericht aus Sicht der Fan IG, des Fanbeauftragten Robert Jacobs sowie des Fanprojekts (Kristina Walther)

Am 25.Oktober 2009 kam es nach dem Heimspiel der Alemannia gegen die UNION aus Berlin im Bereich der Südtribüne und hier insbesondere im Bereich des Fan-Treffs sowie im Fanraum zu Polizeiaktionen, die in gar keiner Weise angemessen und verhältnismäßig und deshalb nicht akzeptabel waren.

Insbesondere bemängeln wir entschieden den Einsatz von Pfefferspray im Umfeld der Räume des Fantreffs. Unbeteiligte, die sich in der Nähe des Fantreffs aufhielten wurden massiv gehindert, die dort zu erhaltenden Auswärtskarten zu kaufen, Frauen, Kinder und Jugendliche wurden körperlich bedrängt und behindert.

Neben dem Einsatz von Pfefferspray überschritt der Einsatz von Schlagstöcken sowie die Anwendung unmittelbaren Zwangs das Gebot der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes der polizeilichen Mittel bei weitem.

Die Leiterin des Fanprojektes wurde bei dem Versuch, schlichtend und vermittelnd tätig zu werden mit Platzverweis belegt, der Fan-beauftragte wurde im gleichen Zusammenhang massiv in seinen Rechten behindert.

Wir sind empört und haben keinerlei Verständnis, dass zur Feststellung von Personalien derart massiv vorgegangen wurde, zumal diese offenbar bereits bekannt waren, die Aktion schien ihrem gesamten Eindruck nach mehr einem „Exempel“ zu dienen als der sachlichen Notwendigkeit.

Für die Zukunft fordern wir:
- Den gesamten Bereich und die Räume des Fantreffs als eine friedliche Begegnungszone aller Fans zu respektieren,
- vor, während und nach notwendigen Polizeimaßnahmen die Leiterin des Fanprojektes und den Fanbeauftragten sowie die Vertreter der Fan-IG und des TSV deeskalierend und kooperativ in die Maßnahmen einzubeziehen, respektvoll, angemessen und mit Rücksicht insbesondere auf Kinder, Jugendliche und Frauen zu handeln,
- Die Verhältnismäßigkeit der Mittel bei notwendigen Einsätzen strikt zu wahren.

Die „Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fan-Clubs e.V. (Fan-IG)“ wird unverzüglich das Gespräch mit den für den Polizeieinsatz Verantwortlichen suchen mit dem Ziel, die genannten Vorfälle zu klären und ihren Forderungen den notwendigen Nachdruck zu verleihen.

Alemannia Fan-IG – Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fan-Clubs e.V.
AWO-Fanprojekt Aachen
Robert Jacobs – Fanbeauftragter

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