Erfolgreicher Protest gegen Gesichtserkennung

Alemannia-Faninstitutionen wehren sich erfolgreich
gegen neue Überwachungstechnik beim Pokalspiel in Karlsruhe

Der Fanbeauftragte des TSV Alemannia Aachen hat gemeinsam mit den Fanprojekten Karlsruhe und Aachen sowie der Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fan-Clubs e.V. (IG) erfolgreich Protest gegen die Erprobung einer neuen Personenerkennungstechnik beim am Sonntag anstehenden DFB-Pokalspiel der Alemannia in Karlsruhe eingelegt.

Ursprünglich wollte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Rahmen eines Forschungsprojektes eine neuartige Software zur automatischen Gesichtserkennung im Gästebereich des Wildparkstadions einsetzen. Erst ein entsprechender Hinweis der „Supporters Karlsruhe“ brachte Lutz van Hasselt, Fanbeauftragter des Aachener Zweitligisten, auf die Spur. „Allein der Einsatz einer solchen Technologie ist fragwürdig. So ein Projekt sollte zumindest im Vorfeld mit allen Beteiligten kommuniziert werden. Dass diese jedoch sozusagen klammheimlich getestet werden soll, indem man die Öffentlichkeit nicht informiert, muss Fragen nach der Vertrauenswürdigkeit des Projektes aufwerfen. Wir können den Forschungsdrang der Wissenschaftler durchaus verstehen. Doch eine Forschung an ahnungslosen Probanden ist höchst unseriös. Von den datenschutzrechtlichen Aspekten einmal ganz abgesehen“, zeigt sich Lutz van Hasselt, Fanbeauftragter bei Alemannia Aachen, empört.

»Parallele Gesichtserkennung in Videoströmen«

Das von Professor Dr.-Ing. Rainer Stiefelhagen vom Schwerpunkt Anthropomatik und Robotik am KIT geleiteten Forschungsprojekt »Parallele Gesichtserkennung in Videoströmen«, beschäftigt sich mit der Identifizierung zum Beispiel von gesuchten Personen bei Großveranstaltungen. Entsprechende Erkennungsgeräte wurden an den Eingängen für Gästefans bereits fest installiert. Nach den massiven Protesten der Aachener Fanvertreter werden diese nun abgehängt. Nun soll die Technik bei einem anderen Heimspiel des Karlsruher SC getestet werden. Doch auch dies stößt auf erheblichen Widerstand bei den Alemannia-Anhängern. „Sicherlich ist es nicht schön, als Testpersonen einer zweifelhaften Überwachungstechnologie zu dienen. Doch uns geht es vor allem um die immer stärker zunehmende Überwachung von Fußballfans im Allgemeinen. Unabhängig davon, welchen Verein es trifft. Wenn jetzt Methoden zum Einsatz kommen, die in erster Linie der Terrorabwehr dienen sollen, dann wird jegliche Verhältnismäßigkeit ignoriert. Da wird jeder Fußballfan als potentieller Verbrecher verdächtigt und in Sippenhaft für einige Chaoten genommen“, erklärt Max Baur vom Vorstand der Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fan-Clubs e.V. Weder der Karlsruher SC noch die Deutsche Fußball Liga wollten sich zu dem Vorhaben des KIT äußern. Und dass, obwohl zumindest der KSC als Nutzer des Wildpark-Geländes in die Planungen einbezogen sein musste.

Das Forschungsvorhaben des Karlsruher Instituts für Technologie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 1,2 Millionen Euro gefördert. Beim KIT handelt es sich um eine Lehr- und Forschungseinrichtung, die aus dem Zusammenschluss des Forschungszentrums Karlsruhe mit der Universität Karlsruhe entstanden ist.

Kontakt:
Max Baur, Vorstand der Interessengemeinschaft der Alemanniafans und Fanclubs e.V.
Telefon: +491752449373
Lutz van Hasselt, Fanbeauftragter Alemannia Aachen
Telefon: +491794064731
Christina Walther, Leiterin Fanprojekt Aachen
Telefon: +491721974446

Schreibe einen Kommentar

*